Cometen schlagen in Wien mit Spitzenforschung ein
Februar 20, 2026|KBe
Über 200 Forscher*innen arbeiten an Zukunftslösungen für technologische Schlüsselthemen
Wien ist ein Hotspot für angewandte Spitzenforschung. Mehr als 200 Wissenschaftler* arbeiten hier in sogenannten COMET-Zentren an Lösungen für zentrale Zukunftsfragen – von Blockchain über Bioproduktion bis hin zu Informationssicherheit, Digitalisierung und Visual Computing. In diesen großen Forschungsnetzwerken kooperieren Universitäten, Unternehmen und internationale Partner*innen eng miteinander. Ihr Ziel: Forschung nicht nur für den theoretischen Fall zu betreiben, sondern konkrete Innovationen zu entwickeln, die Wirtschaft und Gesellschaft langfristig stärken.
Forschung für Klimaschutz und Cybersicherheit in Wien
Im Wiener COMET-Zentrum VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung arbeiten Expert*innen daran, komplexe Daten sichtbar und nutzbar zu machen. Eine ihrer Entwicklungen: eine Software, mit der Hochwasser-Szenarien innerhalb von Sekunden simuliert werden können. Behörden können damit in akuten Situationen rasch erkennen, welche Regionen gefährdet sind – und welche Schutzmaßnahmen am wirksamsten wären.
Auch digitale Sicherheit zählt zu den großen Forschungsthemen in Wien. Das Zentrum SBA Research gilt als Österreichs größte Einrichtung für Informationssicherheit. Dort wird an Methoden gearbeitet, die IT-Infrastrukturen, kritische Systeme und Daten vor Cyberangriffen schützen.
Forschung über Bundesländergrenzen hinweg
Die Wiener Forschungslandschaft ist eng mit Partner*innen in ganz Österreich vernetzt. So arbeitet die Universität für Bodenkultur Wien im COMET-Zentrum ACIB – Austrian Centre of Industrial Biotechnology an nachhaltigen Lösungen für Biotechnologie, Pharma und chemische Industrie. Ein Projekt ermöglicht etwa die Herstellung sterilen Laborequipments aus biologisch abbaubaren Materialien im 3D-Druck.
Ein weiteres Beispiel ist das Austrian Centre for Water Analysis. Unter Leitung der BOKU entwickeln Forschungsteams gemeinsam mit Industriepartner*innen wie Donau Chemie und der Technischen Universität Graz ein mobiles Labor zur Analyse von Trinkwasserqualität entlang der Donau. Hintergrund ist der steigende Druck auf die Wasserversorgung, auch in Wien, durch den Klimawandel.
Nachhaltigkeit, Energie und Industrie im Fokus
Auch Energie- und Umweltfragen stehen im Zentrum vieler Projekte. Die Wiener Stadtwerke kooperieren mit dem Forschungszentrum BEST (Bioenergy und Sustainable Technologies), das gemeinsam mit Wien Energie die weltweit erste „Waste-to-Value“-Anlage betreibt: Dort wird aus Reststoffen grüner Treibstoff erzeugt. Parallel entwickelt das HyCentA (The Hydrogen Technology Research Center) neue Wasserstofftechnologien.
In der industriellen Produktion forscht das COMET-Zentrum Chase – Competence Center for Chemical Engineering zusammen mit der Technischen Universität Wien und dem Kunststoffkonzern Borealis an Recyclingverfahren und Kreislaufwirtschaft in der chemischen Industrie.
Die OMV bringt ihre Expertise in das 3D-Forschungsprojekt We3D – Additive Manufacturing Initiative ein. Dabei geht es um neue Fertigungstechnologien, die Ressourcen sparen und Produktionszeiten deutlich verkürzen und bringt – wichtig in den Sektoren Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt oder der Autobranche entscheidende Vorteile.
Medizinische Innovationen und Lebensqualität
Im Gesundheitsbereich arbeitet das Zentrum CBmed – Center for Biomarker Research in Medicine an Fortschritten in der Präzisionsmedizin. Gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim aus Wien erforschen Teams, wie Krebstherapien besser auf einzelne Patient*innen abgestimmt werden können.
Ebenfalls zentral für die Gesundheit der Wiener*innen ist das Forschungszentrum VASCage – Centre on Clinical Stroke Research Stroke Research. Dort werden unter anderem Lösungen für Schlaganfallpatient*innen, etwa neue Methoden, um Schluckstörungen zu behandeln und damit Lebensqualität zurückzugeben, entwickelt.
Digitale Innovation für Landwirtschaft und Infrastruktur
Datenwissenschaft spielt ebenfalls eine wachsende Rolle. Das Grazer COMET-Zentrum Know‑Center arbeitet mit Wiener Partner*innen an präzisen Wetterprognosen, die Landwirten helfen, Frostschäden zu vermeiden. Im Wiener Weinbau kommt das bereits zum Einsatz.
Ein weiteres Projekt ist Rail4Future, ein digitaler Zwilling der österreichischen Eisenbahninfrastruktur. Sensoren erfassen den Zustand von Gleisen und Brücken, sodass Wartungen vorausschauend geplant werden können.
Comet-Zentren – ein Erfolgsmodell der Wiener Forschungsförderung
Die österreichischen Comet-Zentren sind eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern. COMET-Kompetenzzentren werden vom dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft , den beteiligten Bundesländern sowie den beteiligten Unternehmen und Forschungsorganisationen finanziert. Ihre Forschungstätigkeit folgt einem von Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam definierten Plan. Das Programm-Management erfolgt durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
Ihr Ansatz: langfristige Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern und damit Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. So zeigt sich: In Wien wird Zukunft nicht nur erforscht, sondern konkret gestaltet – in Laboren, Unternehmen und durch Kooperationen, die weit über die Stadt hinausreichen.
ACIB
Austrian Centre for Water Analysis
BEST
CBmed
Chase
HyCentA
Know Center
Rail4Future
VASCage
VRVis
Leistungen der Wirtschaftsagentur Wien
Gemeinsame Förderung von der Stadt Wien und dem Bund
Förderung von Spitzenforschung in Wien